Langsam geht es auf die Buchmesse zu, bei der Indien Gastland ist und ich stimme mich schon darauf ein. Schon vor Wochen habe ich von dem Akshar-Stadtschreiberprojekt der Goethe-Institute gehört. Doch erst als ich gestern in der FR einen der Texte las, der eine ICE-Fahrt von Stuttgart nach Mannheim beschreibt, schaute ich mir die Seite im Netz an.
Worum geht es? Deutsche und indische Autoren besuchen das jeweils andere Land und schreiben Internettagebuch darüber. So waren jetzt im September fünf indische Autoren in Hamburg, Berlin, München, Köln und Frankfurt zu Gast.
Zuallererst habe ich mich die Berichte über Frankfurt von der Lyrikerin Adyasha Das angesehen. Sie schreibt: Frankfurt ist von nicht vorhersehbarer Schönheit – einen Augenblick voller altem, europäischem Charme, im nächsten sehr modern und nichtssagend chic. Doch bald macht sie schon augenscheinige Unterschiede zu Indien aus: Heute möchte ich Frankfurt ein wenig erforschen. Der Verkehr ist viel geringer als in Indien und läuft sehr kontrolliert ab. Ab und zu frage ich meine Freundin Martina: »Sag, ist das eine belebte Straße?« Meistens sagt sie ja, und ich wundere mich, wie leer die Straße ist. Das Lyrische kommt auch immer wieder in ihren Tagebuch-Notizen durch, die aber schon durch den mir vertrauten lokalen Bezug interessant zu lesen sind.
Ein bisschen Leid kann einem dagegen Mogalli Ganesh tun. Er war in München, zwei Berichte sind online. Der erste vom 14. September ist unglaublich schwärmerisch und begeistert. Der zweite fasst den ganzen Aufenthalt zusammen und dann wird offenbar, wie der Autor, der zum ersten Mal in Europa war, unter Heimweh und dem deutschen Essen litt.
Das Stadtschreiber-Projekt wird auch auf der Buchmesse vorgestellt. Am Mi., 4.10., 13.30 Uhr im Internationalen Zentrum und täglich um 13.00 Uhr am Arte-Stand mit jeweils einem indischen und deutschen Autor, die beide von ihren unterschiedlichen Erfahrungen berichten. Ich bin gespannt auf Donnerstag, denn da sind der Frankfurter Gast Adyasha Das und Angela Krauß am Stand (von der letzteren heißt es im Leser-Forum, sie hätte sich in Indien nur aus dem Haus getraut, wenn sie musste – das verspricht interessant zu werden).

Nachtrag vom 9.Okt:
Es ist vielleicht schon ein bisschen spät, aber während der Buchmesse kam ich leider nicht dazu. Auf jeden Fall habe ich mir besagten Termin angetan und festgestellt, jenem, der die Webtagebücher gelesen hatte, dem hat sich wenig neues erschlossen. Es gab eine Lesung einzelner Passagen und Erklärungsversuche, beispielsweise, warum es Angela Krauß so schwer fiel, in Indien täglich zu schreiben. Kurzes Fazit: Dichten kommt vom verdichten und dazu braucht man Abstand und Reflexion, das ginge täglich nun gar nicht so gut. Die Ahnung, dass Frau Krauß ein nicht unproblematischen Aufenthalt in Indien hatte, der hat sich damit verstärkt. Soweit sogar, dass ich mir überlegt habe, ob wohl all die Autoren, die so gern das Mystische oder farbenreich Duftende Indiens betonten, vielleicht auch nur Bedenken hatten, sich selbst in die Menschenmengen hineinzutrauen und deswegen das agile Leben - mit all seinen Unerschließbarkeiten - lieber aus der sicheren Ferne studiert haben.
Ich hätte mir lieber mehr erzählen als vorlesen lassen, insbesondere von Adyasha Dasaus. Irgendwann bin ich dann gegangen, in diesem Moment muss Frau Dasaus zu Singen begonnen haben, indische Weisen begleiteten meinen Weg in den Trubel der Halle 3.1
Worum geht es? Deutsche und indische Autoren besuchen das jeweils andere Land und schreiben Internettagebuch darüber. So waren jetzt im September fünf indische Autoren in Hamburg, Berlin, München, Köln und Frankfurt zu Gast.
Zuallererst habe ich mich die Berichte über Frankfurt von der Lyrikerin Adyasha Das angesehen. Sie schreibt: Frankfurt ist von nicht vorhersehbarer Schönheit – einen Augenblick voller altem, europäischem Charme, im nächsten sehr modern und nichtssagend chic. Doch bald macht sie schon augenscheinige Unterschiede zu Indien aus: Heute möchte ich Frankfurt ein wenig erforschen. Der Verkehr ist viel geringer als in Indien und läuft sehr kontrolliert ab. Ab und zu frage ich meine Freundin Martina: »Sag, ist das eine belebte Straße?« Meistens sagt sie ja, und ich wundere mich, wie leer die Straße ist. Das Lyrische kommt auch immer wieder in ihren Tagebuch-Notizen durch, die aber schon durch den mir vertrauten lokalen Bezug interessant zu lesen sind.
Ein bisschen Leid kann einem dagegen Mogalli Ganesh tun. Er war in München, zwei Berichte sind online. Der erste vom 14. September ist unglaublich schwärmerisch und begeistert. Der zweite fasst den ganzen Aufenthalt zusammen und dann wird offenbar, wie der Autor, der zum ersten Mal in Europa war, unter Heimweh und dem deutschen Essen litt.
Das Stadtschreiber-Projekt wird auch auf der Buchmesse vorgestellt. Am Mi., 4.10., 13.30 Uhr im Internationalen Zentrum und täglich um 13.00 Uhr am Arte-Stand mit jeweils einem indischen und deutschen Autor, die beide von ihren unterschiedlichen Erfahrungen berichten. Ich bin gespannt auf Donnerstag, denn da sind der Frankfurter Gast Adyasha Das und Angela Krauß am Stand (von der letzteren heißt es im Leser-Forum, sie hätte sich in Indien nur aus dem Haus getraut, wenn sie musste – das verspricht interessant zu werden).

Nachtrag vom 9.Okt:
Es ist vielleicht schon ein bisschen spät, aber während der Buchmesse kam ich leider nicht dazu. Auf jeden Fall habe ich mir besagten Termin angetan und festgestellt, jenem, der die Webtagebücher gelesen hatte, dem hat sich wenig neues erschlossen. Es gab eine Lesung einzelner Passagen und Erklärungsversuche, beispielsweise, warum es Angela Krauß so schwer fiel, in Indien täglich zu schreiben. Kurzes Fazit: Dichten kommt vom verdichten und dazu braucht man Abstand und Reflexion, das ginge täglich nun gar nicht so gut. Die Ahnung, dass Frau Krauß ein nicht unproblematischen Aufenthalt in Indien hatte, der hat sich damit verstärkt. Soweit sogar, dass ich mir überlegt habe, ob wohl all die Autoren, die so gern das Mystische oder farbenreich Duftende Indiens betonten, vielleicht auch nur Bedenken hatten, sich selbst in die Menschenmengen hineinzutrauen und deswegen das agile Leben - mit all seinen Unerschließbarkeiten - lieber aus der sicheren Ferne studiert haben.
Ich hätte mir lieber mehr erzählen als vorlesen lassen, insbesondere von Adyasha Dasaus. Irgendwann bin ich dann gegangen, in diesem Moment muss Frau Dasaus zu Singen begonnen haben, indische Weisen begleiteten meinen Weg in den Trubel der Halle 3.1
tinowa - am Sonntag, 1. Oktober 2006, 09:22 - Rubrik: Arbeitszimmer