Wegen Fronleichnam lohnt es sich in Süddeutschland zu wohnen. Und während meine sechsjährige Nichte und der Rest meiner Familie real an einer Fronleichnamsprozession teilnahmen (was ich interessant finde, bis zu dem Moment als meine Nichte in einen katholischen Kindergarten kam, war meine Familie eher im Geiste fromm) begab ich mich mit Freunden auf eine Feiertags-Exkursion nach Frankfurt-Schwanheim. Von Schwanheim kannte ich bislang nur die Düne.
Mit der Straßenbahn ging es bis zur Endstation, nach der Klimatisierung erschien das Draußen besonders heiß. Unser Ziel war jedoch nah, der Kobelt-Zoo. Dort gibt es Ponys, Kaninchen, Waschbären, Zwerg-Känguruhs und Nasenbären sowie allerhand weiteres Kleingetier. Die Anlage ist nicht sehr groß. Ehrlich gesagt, hatte ich mir auch ein bisschen mehr versprochen, aber der Eintritt ist frei (um eine Spende wird gebeten) und für kleine Kinder ist es immer noch ein perfektes Ausflugsziel.
Da unser Bewegungsdrang längst nicht befriedigt war spazierten wir weiter, immer hinein in den Schwanheimer Wald. H. und D. probierten die den Weg flankierenden Trimm-Dich-Pfad-Stationen aus. I. und ich gingen langsam und redeten, der Hund hüpfte zwischen uns her, die Luft war warm und lau: Ein herrlicher Nachmittag im Wald.
Ich hätte es sofort ernst nehmen sollen als I. sagte, dass Spinnweben in der Luft herumflögen. Ich schaute mich um. Auf den Boden Waldameisen, über uns Blätter und Himmel, neben uns junge Eichenbäumchen. Spinnweben sah ich keine. Wir gingen weiter und machten bald darauf Pause, alle vier saßen wir auf einer Bank, müde hingen die Glieder, hinter uns toste ein Wasserwerk im Wald, fast als wäre es ein mächtiger Wasserfall, uns zu Füßen lag der Hund auf einem trocken weichen Blätterteppich. Ein perfekter Tag!
Abends fing es damit an, dass ich ein rotes Pickelchen am Handgelenk bekam, das irrsinnig zu jucken begann. Irgendwann war es blutig gekratzt, doch auch drumherum juckte die Haut. Die eine juckende Stelle vom Vorabend bekam im Laufe des Tages Gesellschaft. In beiden Kniekehlen breite sich ein Feld mit Stichen aus. Freitag Abend lag ich im Bett und kratzte, es wollte gar nicht aufhören und obwohl schon jede Ritze abgedichtet, nur Fenster mit Fliegengitter geöffnet waren, hatte ich den Eindruck es tauchten immer mehr Stiche auf. Aber keine Mücke in Sicht. Zusätzlich erschienen winzige rote Pusteln und drumherum juckte die Haut immer mehr. Als D. aus dem Kino kam, wurde es offenbar: Er kratzte sich, der Hund kratzte sich, ich kratzte mich. Ein kratzender Haushalt. Schnell war der Übeltäter ausgemacht: Der Hund hat Flöhe. Flöhe waren uns eindeutig sympathischer als die Idee, dass wir Bettwanzen haben könnten. Doch als ich am nächsten Tag I. anrief, schmolz die Flohtheorie dahin: I. kratzte sich auch, nur H. war verschont geblieben.
Spinnweben, Spinnweben: Immer deutlicher klang der Satz in meinen Kopf nach: "Es fliegen Spinnweben durch die Luft". Ein Klick zu Wikipedia, ein Anruf beim Forstamt, seitdem cremen wir mit Cortisonhaltiger Creme, unsere Waschmaschine läuft im Akkord. Der Hund wurde kurzerhand shampooniert. Kleidung, Bettwäsche, Polster warten auf den nächsten Wäschegang. Wir sind Opfer der Eichenprozessionsspinner geworden. Und der Hund trug zur Verbreitung des Übels bei. Im dichten Fell lagerten die giftigen Auslöser des Ganzen. Circa ein Jahr noch können die winzigen Härchen, die mit dem Wind durch die Luft getragen werden, die sich auf Bänke und Boden legen, noch aktiv ihr Gift ausschütten, sofern sie in Berührung mit Haut kommen. Es eine trockene Saison, es ist die perfekte Zeit: Kein Fronleichnam ohne Prozession, fast wären mir die christlichen Spinner lieber gewesen.
Passend dazu: Ein Artikel in der Ärzte Zeitung.
Mit der Straßenbahn ging es bis zur Endstation, nach der Klimatisierung erschien das Draußen besonders heiß. Unser Ziel war jedoch nah, der Kobelt-Zoo. Dort gibt es Ponys, Kaninchen, Waschbären, Zwerg-Känguruhs und Nasenbären sowie allerhand weiteres Kleingetier. Die Anlage ist nicht sehr groß. Ehrlich gesagt, hatte ich mir auch ein bisschen mehr versprochen, aber der Eintritt ist frei (um eine Spende wird gebeten) und für kleine Kinder ist es immer noch ein perfektes Ausflugsziel.
Da unser Bewegungsdrang längst nicht befriedigt war spazierten wir weiter, immer hinein in den Schwanheimer Wald. H. und D. probierten die den Weg flankierenden Trimm-Dich-Pfad-Stationen aus. I. und ich gingen langsam und redeten, der Hund hüpfte zwischen uns her, die Luft war warm und lau: Ein herrlicher Nachmittag im Wald.
Ich hätte es sofort ernst nehmen sollen als I. sagte, dass Spinnweben in der Luft herumflögen. Ich schaute mich um. Auf den Boden Waldameisen, über uns Blätter und Himmel, neben uns junge Eichenbäumchen. Spinnweben sah ich keine. Wir gingen weiter und machten bald darauf Pause, alle vier saßen wir auf einer Bank, müde hingen die Glieder, hinter uns toste ein Wasserwerk im Wald, fast als wäre es ein mächtiger Wasserfall, uns zu Füßen lag der Hund auf einem trocken weichen Blätterteppich. Ein perfekter Tag!
Abends fing es damit an, dass ich ein rotes Pickelchen am Handgelenk bekam, das irrsinnig zu jucken begann. Irgendwann war es blutig gekratzt, doch auch drumherum juckte die Haut. Die eine juckende Stelle vom Vorabend bekam im Laufe des Tages Gesellschaft. In beiden Kniekehlen breite sich ein Feld mit Stichen aus. Freitag Abend lag ich im Bett und kratzte, es wollte gar nicht aufhören und obwohl schon jede Ritze abgedichtet, nur Fenster mit Fliegengitter geöffnet waren, hatte ich den Eindruck es tauchten immer mehr Stiche auf. Aber keine Mücke in Sicht. Zusätzlich erschienen winzige rote Pusteln und drumherum juckte die Haut immer mehr. Als D. aus dem Kino kam, wurde es offenbar: Er kratzte sich, der Hund kratzte sich, ich kratzte mich. Ein kratzender Haushalt. Schnell war der Übeltäter ausgemacht: Der Hund hat Flöhe. Flöhe waren uns eindeutig sympathischer als die Idee, dass wir Bettwanzen haben könnten. Doch als ich am nächsten Tag I. anrief, schmolz die Flohtheorie dahin: I. kratzte sich auch, nur H. war verschont geblieben.
Spinnweben, Spinnweben: Immer deutlicher klang der Satz in meinen Kopf nach: "Es fliegen Spinnweben durch die Luft". Ein Klick zu Wikipedia, ein Anruf beim Forstamt, seitdem cremen wir mit Cortisonhaltiger Creme, unsere Waschmaschine läuft im Akkord. Der Hund wurde kurzerhand shampooniert. Kleidung, Bettwäsche, Polster warten auf den nächsten Wäschegang. Wir sind Opfer der Eichenprozessionsspinner geworden. Und der Hund trug zur Verbreitung des Übels bei. Im dichten Fell lagerten die giftigen Auslöser des Ganzen. Circa ein Jahr noch können die winzigen Härchen, die mit dem Wind durch die Luft getragen werden, die sich auf Bänke und Boden legen, noch aktiv ihr Gift ausschütten, sofern sie in Berührung mit Haut kommen. Es eine trockene Saison, es ist die perfekte Zeit: Kein Fronleichnam ohne Prozession, fast wären mir die christlichen Spinner lieber gewesen.
Passend dazu: Ein Artikel in der Ärzte Zeitung.
tinowa - am Sonntag, 10. Juni 2007, 18:08 - Rubrik: Wohnzimmer