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Als ich heute morgen zum Bäcker ging, fiel mir das David Lynch-Seminar an der Universität ein, dass ich vor Jahren besucht hatte. Wie überfordert ich war, mir ein Thema zu suchen, zu bearbeiten und im Seminar vorzustellen. Und wieviel leichter es mir heute fallen würde, eine gute These zu einem David Lynch-Film zu finden und diese inhaltlich zu unterfüttern. Mit einer Verwunderung, wie dumm man noch vor 10 Jahren, vor 7 Jahren gewesen war. Und wieviel abgeklärter heute.

Und in einem Moment, indem die Selbgstgefälligkeit sich in einem wohlig ausbreiten will, schießt mir durch den Kopf, dass ich erst vorgestern in der Küche dieser Bornheimer Altbauwohnung stand, auf einer Einweihungs- und Geburtstagsparty. Wie der Mathematiker in der kleinen Küche erklärte, dass sein Fachgbiet die Stochastik ist. Woraufhin ich fragte, ob Stochastik nicht auch etwas aus der Philosophie sei. Und der von der Situation und Party genervte Dritte, der den Parka noch nicht ausgezogen hatte, weil er von Anfang an schon wieder am Gehen war, nur trocken meinte, dass ich wohl eher Scholastik meine.

So dass ich nun erkennen darf, dass ich zu den besten Uni-Zeiten wohl an kombinatorischer und assoziativer Fähigkeit ärmer war, aber an statischen Wissen durchaus reicher gewesen wäre.
turntable meinte am 16. Dez, 18:21:
David Lynch seminar, wow!
grüße 
tinowa antwortete am 16. Dez, 19:41:
das kommt wohl dabei raus, wenn kunsthistoriker gerne ins kino gehen...