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Immer noch wirkt Maximilian Hecker schüchtern. Schmalbrüstig, ganz in Schwarz, erscheint er auf der Bühne. Das Konzert beginnt wortkarg, erst nach dem fünften Lied kommt ein leises „Vielen Dank Frankfurt“.

Später bringt Hecker sogar mehrere Sätze zustande und enthüllt bei der Zugabe ein durchaus selbstkritisch komödiantisches Talent. „Mir kommt es immer so vor, als ob es eine Parodie wäre, wenn ich so tief spreche“, sagt Hecker, um dann piepsend: „Hallo, ich bin Maximilian Hecker“ nachzuwerfen, etwa in dem hohen Tonfall, in dem er sonst singt.

Wer Hecker nie live gesehen hat, könnte tatsächlich meinen, die hohe Singstimme entspräche der Sprechstimme, was ja nicht stimmt. Sonor spricht er, wenn er sich nicht in seiner Unsicherheit immer wieder Fallstricke bauen würde, die seine Redebeiträge holprig wirken lassen, gut dass er dann stets schnell einen Song anstimmt, denn das kann er, darin ist er gut.

Narzissmus und Selbstbewusstsein, klassische Popstar-Attitüde vertragen sich allerdings schlecht mit Heckers Zurückhaltung. Trotz Band im Hintergrund wirkt er ein wenig einsam im Scheinwerferlicht.
Auf einen Podest ist das E-Piano aufgebaut, meist spielt er darauf, manchmal wechselt er, immer noch sitzend, zur weißen Gitarre. Beim Singen schaut er irgendwo nach oben, in eine scheinbar weite Ferne; die andere Pose in seinem Bühnen-Repertoire zeigt ihn Pianospielend, das Kinn fast auf die Brust gedrückt, der Blick nach unten, Richtung Herzen blickend.

Dabei meint es das Publikum im Mousonturm durchweg gut mit ihm. Das Konzert verläuft ruhig, es ist bekannt, dass Hecker auf Störungen, wie lautes Reden empfindlich reagiert. Die Lieder werden begeistert mit Applaus belohnt. Der bestuhlte Konzertsaal schränkt wohl die Bewegungsfreiheit ein, manches Lied hätte man stehend, frei beweglich, stimmiger erlebt.

Aber egal: Maxi auf der Bühne, schön wars (*schmelz*).