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Wohnzimmer

Ich hab was gewonnen. Ich gewinn ja sonst nix. Nie. Niemals. Aber dieses Mal: Mein Handy klingelt und eine nette Frauenstimme einer regionalen Tageszeitung verkündet, dass ich die glückliche Gewinnerin eines Internet-Fotowettbewerbs sei. Ein zweiköpfige Jury hätte unabhängig voneinander für mein "Herbstzeitlosen"-Foto votiert.
"Frühling im Winter" war in etwa das Thema und das Foto hatte ich ja schon gemacht. Dafür gibt es dann jetzt ein super modernes "Web and Walk"-Musikhandy.
Okay, es hätte nur 14 Einsendungen gegeben gab die nette Frau der regionalen Tageszeitung bei meiner Nachfrage zu. Aber egal. Ich finde es ganz herrlich. Ich hab was gewonnen.

Blumenpracht
im Januar

Der Traum vom
Traumhaus















Viele Leute sind auf der Suche nach ihrem Traumhaus. Ich hab meines schon gefunden. Ab und zu besuche ich es auch und stell mir vor, wie es wäre hier zu leben.

Es steht mitten in Frankfurt, hat einen großzügigen Wintergarten und dazu viel Grün drumherum. Im Inneren ist es so, wie ich es mir in den Landhäusern von Frank Lloyd Wright vorstelle. Viel Glas, verschachtelte und dennoch klare Raumstrukturen, Natursteinböden. Nur ob man die vielen Mitbewohner vom Auszug überzeugen könnte?

Naturidyll
in der Pfalz















Fahrt mit dem Zug nach Bad Dürkheim. In der Gruppe, fast wie bei einem Schulausflug. Einladung zum Essen. Danach gewaltige Kletterei nach oben. Der Körper ist vom Essen noch schwer, der Weg steil, der Abgrund tief. Oben eine Aussicht ins Trübe. Wanderung zum Kaiser Wilhelm Denkmal über den keltischen Ringwall zum römischen Steinbruch Kriemhildenstuhl. Fast wieder zurück im Haus des Gastgebers der Fund dieses lieblichen Vogels am Wegesrand.

Der Keks bricht auf und ich ziehe den Zettel heraus:

Du wirst
außergewöhnlich
erfolgreich im
Beruf sein.


Freude.







Morgen beginnt nach langer Zeit des Freiberuflertums für zwei Jahre eine feste Stelle. Ungewohnt für mich. Ein Volontariat im Museum für Kommunikation. Vorrangig bedeutet das, dass ich die Tagebuch-Ausstellung für die ich die Weblog-Recherche gemacht habe bis zur Eröffnung in 2008 werde begleiten können.

Neues Jahr, neues Glück.


Blick
auf den
Westhafen:

Am Main und
dennoch fern
vom Trubel
der Massen.

Es piept, es wählt, es rattert leise und schon ist man drin. Internet per Modem, das war gestern. Dachte ich. Doch seit heute herrscht bei uns die gute alte Zeit. Zwangsverordnet. Leitungen im Viertel würden gestört, mal mehr, mal weniger. Irgendwas strahle bei uns im Haus.
So wurde unser charmanter Altbau als Schuldiger ausgemacht und um Ruhe mit der Mehrheit zu haben wurden wir gekappt. Einfach so. Ohne Bescheid zu sagen, wahre Bauernopfer. Ich sag nur: iesy.

Nach 30 Minuten Warteschleife für die Störungsstelle hab ich aufgegeben. Jetzt schreib ich eine Mail und schick sie ab, via Modem.

Jeden morgen ein Türchen. Das ist heute nicht anders als vor 25 Jahren. Ich brauche keine Deko, keinen Weihnachtsbaum, aber ohne Adventskalender geht zur Vorweihnachtszeit gar nichts. Irgendwann komm ich dann kaum noch hinterher so schnell verfliegen die Tage im Dezember und ich muss mir dann mehrere Schokoteilchen nachträglich in den Mund stopfen. Doch noch steh ich täglich davor, mein Freund war immer schon da, dann brauch ich nicht suchen, sondern schau wo sein Türchen offen ist und zieh bei meinem nach.

Letzte Woche hat mir ein Freund erzählt, ich solle mir doch mal die Webseite der Stadt Offenbach anschauen. Sie hätten gerade ein Projekt fertiggestellt. 5 Fotos seien auch von ihm. Was war es? Ein virtueller Adventskalender. 24 fotografierte Hauseingänge, hinter jeder Tür die Geschichte zu einer der Kirchen in Offenbach. Das gefiel mir. Zu erwarten ist es wohl nicht, aber ich guck täglich nach, ob nicht vielleicht die Friedhofskappelle dabei sein könnte, in der ich getauft wurde, weil die richtige Kirche zu dieser Zeit wegen Renovierung geschlossen war. Ich lege ja nicht viel Wert auf Religiosität, ich bin bekennende Agnostikerin, aber in einer Friedhofskapelle getauft worden zu sein hatte mir immer schon gut gefallen.

Als ich dann gestern Nachmittag auf einen weiteren Online-Kalender stieß, beschloss ich mich im Netz ein wenig umzuschauen. Ich fand wenig schönes und viel hässliches. Einen Adventskalender zu haben scheint wohl vielen Städten und Institutionen wichtig, aber ob er dann wirklich auch was taugt, das interessiert sie dann nicht mehr. Die Funde gibt es die nächsten Tage hier. Ist eigentlich ein bisschen spät für, aber vielleicht reichen die Adventskalender dann sogar bis zum 24. Dezember. Der gestrige (herzzerreißende) Fund ist auf jeden Fall für den 24. prädestiniert.

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Kleines Fundtier auf alten Grab. Nicht das einzige, das unerwartet auf einem der alten Gräber auf dem Hauptfriedhof sass.